21. Juli 2017

Social Media & Social Life (deutsch)


Ja, ich mag die SocialMedia, und jeder der mich besser kennt weiß, dass ich es befürworte Kinder und Jugendliche nicht davon fernzuhalten. Aber jeder sollte sich der, zum Teil auch langfristigen, Gefahren bewusst sein, die hinter den Möglichkeiten lauern, und wissen in welchem Maße und in welchen Bereichen diese Medien schaden oder nutzen. Klar, wir können schnell Informationen bekommen und austauschen, wir können Brücken bauen und nahezu weltweit Kontakte schaffen, die zur Verständigung beitragen. Dennoch müssen wir uns auch eingestehen, dass auch wir Erwachsene uns immer wieder disziplinieren sollten und müssen, damit diese Medien, diese Kommunikationswege, uns und die zukünftige Generation nicht zerstören und uns nicht zu jemanden machen der wir nicht sind oder sein wollen.

Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit kennzeichnen immer mehr die Beziehungen in unserer durch SocialMedia und Internet geprägten Zeit. Uns wird vorgegaukelt, dass wir alles haben können, wir immer etwas Schöneres, Neues finden können - und das ganz leicht: nur ein Like oder ein Klick, nur eine PN entfernt wartet der, die, das Nächste. Kompromisse sind nicht mehr nötig, wir kämpfen nicht mehr um Freunde und Beziehungen denn persönliche Kontakte oder Aussprachen sind nur Zeitverschwendung. Es gibt doch die endlose Auswahl, warum sich mit etwas zufrieden geben, dass nicht 100% seinen - von sozialer Inkompetenz und den realitätsfernen Medien geprägten - Träumen entspricht? Man kann die Leute und Dinge, die man nicht mehr will, doch einfach ignorieren, blockieren oder aus der Liste werfen, und dann - scheinbar emotional geschützt durch die Distanz im Netz - in der digitalen Welt neue Abenteuer suchen, testen und wieder wegwerfen. Es sieht ja keiner, es merkt ja keiner. Aber auch unser ‚digitaler Müll’ hat Auswirkungen und verschmutzt unsere Gesellschaft. Unsere Wegwerf-Gesellschaft verliert jeden Ehrgeiz an Dingen festzuhalten, sowohl materiell als auch sozial bzw. emotional. Wir sind austauschbar geworden, doch hofft man, dass man nicht selbst betroffen ist, sondern auf der Seite sitz, die auswählt und entscheidet... Und dann trifft es dich, deine Welt zerbricht, denn du hast nie gesehen was um dich herum passiert ist, dein Blick war nur auf deine Welt, auf dein Display fokussiert.